Freitag, 29. August 2008

Und Freitags hab ich frei...

Die erste Woche im Projekt ist auch schon rum, die Zeit vergeht echt wie im Flug...
Da ich nun schon ein paar Mal gefragt wurde, was ich denn jetzt mache und so weiter, schreibe ich jetzt hier einfach mal ein paar Saetze zu meiner Freiwilligenarbeit.
Ich arbeite in dem Projekt "Fe y Esperanza" - Glaube und Hoffnung.
Es ist eine relativ grosse Schule fuer die aermeren Kinder der Gegend. Die Schule ist in San Felipe, das ist ungefaehr 3 km von Antigua entfernt - eine gute halbe Stunde Fussmarsch.
Ich unterrichte dort in 6 verschiedenen Klassen Englisch, zwei dritte Klassen, jeweils eine vierte bis sechste Klasse und eine Foerderklasse mit nur drei Schuelern. Die uebrigen Klassen haben so um die 20- 25 Kinder, hab noch nie gezaehlt. Montags und Mittwochs unterrichte ich in drei Klassen jeweils eine Stunde, Dienstags und Donnerstags in den anderen drei. Freitags hab ich frei, das ist sehr angenehm, 4 Tage Projekt und 3 Tage Wochenende ist ein ganz guter Rhythmus. Meine Stimme ist nicht wirklich zum Unterrichten geschaffen, die freut sich besonders ueber die drei Tage Pause.
Mit dem Unterrichten bin ich voellig auf mich allein gestellt, was schon eine Herausforderung darstellt und teilweise ganz schoen anstrengend ist. Aber es macht auf alle Faelle auch Spass. Am Anfang jeder Stunde bekomme ich nen Whiteboardmarker und nen Schwamm in die Hand gedrueckt und dann gehts los. Manchmal sitzt ein Lehrer mit im Unterricht um ab und zu mal fuer Ruhe und Ordnung zu sorgen falls noetig, manchmal ist aber auch gar niemand da. In zwei Klassen setzen sich die Lehrer zu der Klasse und machen richtig beim Unterricht mit, da die auch kein Englisch koennen. Macht irgendwie schon Spass, gerade wenn die Schueler/ Lehrer richtig lernen wollen und den Lernstoff wie sonst was in sich aufsaugen und total interessiert sind.
Ist auch ne ganz witzige Erfahrung, dass es nach 5 Wochen Spanischunterricht moeglich ist, auf Spanisch Englisch zu unterrichten - auch wenn ich manchmal nicht alle Fragen verstehe/ beantworten kann.
Das lange Wochenende werde ich jetzt unter anderen dazu nutzen, den unterricht fuer die naechste Woche sorgfaeltig vorzubereiten. Die meisten Schueler koennen zwar nen Haufen Vokabeln auswendig, aber keinen einzigen Satz bilden. Ist natuerlich auch schwierig bei staendig wechselnden Lehrern (und wenn kein Volontaer da ist, der Englisch unterrichtet, gibts halt gar keinen Englischunterricht) da ueberhaupt Struktur reinzubringen. Ich habe von meinen Vorgaengern Listen, was die SchuelerInnen koennen oder koennen sollten, aber irgendwie haben die letzten Volontaere wirklich mehr oder weniger nur Vokabeln (Tiere, Farben, Zahlen etc) unterrichtet. Ich versuche mich jetzt mal ein bisschen an Grammatik, einigen Verben und einfachen Saetzen, da die Schueler wirklich nur auswendig lernen und das gelernte ueberhaupt nicht anwenden koennen, die lernen irgendwie ganz anders als wir.

Ansonsten ist hier alles wie gehabt, Leute kommen und gehen, aber es ist doch immer jemand da, mit dem ich was unternehmen kann. Die positive Erfahrung hier, wie schnell man immer und ueberall neue Leute kennen lernt, hat mir jeglichen letzten Zweifel genommen, ob das mit dem Alleine reisen ne gute Entscheidung war (falls es ueberhaupt Zweifel gab =D )... Meine Reiseplaene reifen so langsam, werden sich aber vermutlich noch mehrfach aendern, da ich immer wieder was neues hoere oder eben andere Leute treffe. Mein grober Plan ist jetzt aber vorerst, in ungefaehr 2-3 Wochen die Pazifikkueste bis nach Panama runterzureisen und dann den Rest der Zeit an der Karibikkueste wieder zurueck nach Guatemala.

Heute habe ich in der Schule nochmal ein paar mehr Spanischstunden gebucht fuer naechste Woche, freue mich da sogar wirklich drauf, da das selbststaendig lernen manchmal trotz gutem Willen nicht ganz einfach ist, denn mit welchen Vokabeln soll man zum Beispiel anfangen?!? Will mir die Tage jetzt mal was Spanisches zu lesen zulegen, wenn ich das mal auf die Reihe krieg.
Unser Gastvater hat mir gestern erzaehlt, dass das Spanisch eigentlich in allen anderen Laendern in Zentralamerika schwieriger zu verstehen ist als in Guatemala, da bin ich mal gespannt, obh ich dann erstmal total frustriert bin, weil ich mich ploetlzlich kaum mehr verstaendigen kann ... Ausserdem gibts im Spanischen viel zu viele Woerter, da es fuer beinah jede Sache mehrere Begriffe gibt, total ueberfluessig, wenn man mich fragt =D...

So, hier hat der Regen endlich aufgehoert, werd jetzt dann wohl gleich noch mit den beiden Belgierinnen, mit denen ich momentan die meiste Zeit verbringe nen Cafe trinken gehen und weiterhin den freien Freitag geniessen =)...

Viele Gruesse nach Deutschland,
hasta luego, Miriam

1 Kommentar:

mirja hat gesagt…

hey süße, hört sich ja toll an =)
hab meiner ma auch grad die bilder gezeigt, sie is neidisch, meinte aber "man gönnt es ihr ja von herzen!" :)
sry, dass das mitm telefoniern noch nich geklappt hat. ich denk viel an dich! küsschen mirja