Montag, 11. Mai 2009

Inselhopping nach La Gomera

Kurzfassung des Berichts: Einfach nur... wow!
Bilder von einem wunderschönen Wochenende gibts jetzt schon; ein ausführlicherer Bericht folgt hoffentlich bald :)



Fotos gibts hier


Und die Langfassung folgt nun :)

Inselhopping: Ein Wochenende auf La Gomera

Definitiv viel zu früh am Samstag morgen starteten wir (Gesa, Amy und ich) Richtung Los Cristianos, von wo aus uns die Armas- Fähre nach La Gomera befördern sollte. Meine Gasteltern hatten mir für das Wochenende einen Citroen Berlingo zur Verfügung gestellt, wodurch wir sogar deutlich komfortabler reisten, als die Wochenenden davor :). Jedenfalls war uns das Wetter auch wohlgesonnen, die Sonne strahlte vom Himmel und es war kein Wölkchen zu sehen. Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen Wochenend- Trip.
Auf dem Schiff ließen wir uns den ersten Kaffee (bzw. Barraquito) schmecken und starteten den Foto- Marathon (allein 700 Bilder von Samstag Morgen – Sonntag Vormittag sprechen für sich).
Gegen 11 Uhr waren wir dann (endlich) mit dem Auto von der Fähre runter und in San Sebastian de la Gomera angekommen. Nach der erfolgreichen Parkplatzsuche starteten wir einen Bummel durch die Hauptstadt – und waren sofort hin und weg. Das gemütliche Städtchen hat durch seine niedlichen Häuser und die bunt bepflanzten Balkone, die steilen Gassen und die vielen Bänke zum Ausruhen einen unglaublichen Charme.



Nach einem in einem schattigen Innenhof eingenommenen Mittagessen starteten wir dann, relativ planlos, unsere Tour. Unsere einzige Karte von La Gomera befand sich auf dem Fähren- Prospekt und es waren um die 5 Orte eingezeichnet, Straßen natürlich überhaupt nicht. Aber da die Insel so klein ist (rund 25 Kilometer Durchmesser) und wir am liebsten alles sehen wollten und einfach einen Eindruck bekommen wollten, machte das überhaupt nichts. An Straßen hatten wir sowieso nicht viel Auswahl, also starteten wir einfach mal durch :). Froh über den recht starken Motor unseres Autos schraubten wir uns also auf den kurvenreichen Straßen nach oben und waren von den Ausblicken einfach nur begeistert und kamen aus dem „Boah ist das schön“ sagen gar nicht mehr raus. Meist hielten wir uns auf der großen Straße Richtung „Vallehermoso“, einige Male wagten wir Abstecher in verlassene Bergdörfer auf Straßen, die mir allesamt wie Einbahnstraßen vorkamen und zahlreiche „Man-sieht-überhaupt-.nichts“ Kurven beinhalten. Aber die Eindrücke und Ausblicke waren wunderschön und zum Glück gibt es nicht allzu viel Verkehr auf der Insel, wodurch wir und das Auto unversehrt geblieben sind. Eigentlich finde ich es echt ein Phänomen, dass man in den Kurven, in denen man gar nichts sehen kann, auch wirklich kein Auto trifft, jedenfalls gewöhnt man sich auch recht schnell ans Fahren ohne was zu sehen und mir hat es (bis auf wenige Schockmomente) wirklich viel Spaß gemacht.
Am Nachmittag hatten wir allesamt einen Tiefpunkt und peppelten uns mit einem Kaffee auf einem verschlafenen Dorfplatz in Vallehermoso wieder auf. Und weiter gings. Wir hatten sogar mit Hilfe unserer „Fähren – Karte“ einen Plan entwickelt und uns für „Valle gran Rey“ als Etappenziel entschieden. Dort kamen wir auch am frühen Abend an, nach Pausen an Orten beeindruckender Stille und vielen weiteren „Ohs“ und „ahs“ und „Wows“ - es war einfach nur schön.



Besonders die Fahrt durch den Nationalpark (Parque national de Garajonay“) beeindruckte uns und ich bekam wirklich Lust zu wandern – aber dafür nahmen wir uns dann doch nicht die Zeit, denn zwei Tage können ganz schön schnell vergehen. Und wir haben auch noch Wanderpläne fürs Anagargebirge hier auf Teneriffa. In Valle gran Rey machten wir dann erstmal einen Abstecher an den Strand und entdeckten dann noch einen kleinen Hafen, der uns nochmal total verzauberte. Später nahmen wir dann ein hervorragendes Abendessen zu uns, mit Blick aufs Meer und die Nachbarinseln La Palma und El Hierro und einem blutroten Sonnenuntergang.



Unser Nachtquartier war unser Auto, bequem ist vielleicht anders, aber wir wussten es zu schätzen, denn die letzten Male waren wir mit einem Citroen C2 unterwegs, der deutlich weniger Platz bietet.
Und wir schliefen immerhin bis 8 Uhr morgens. Dann machten wir uns sofort auf den Weg (da ich die einzige war, die mit einem Schlafsack ausgestattet war war den anderen Mädels nämlich kalt geworden über Nacht) und besichtigten noch den „Playa inglés“, der verlassen hinter Felsen schlummert. Und dann wagten wir uns wieder auf die Straße. Unser Weg führte uns erneut durch den Nationalpark (wie gesagt, viel Auswahl an Straßen gab es nicht) und wir fanden einen herrlichen Parkplatz mitten im Wald für unseren ersten Zwischenstopp. Das Gras war noch vom Raureif bedeckt und in Flip- Flops war es wirklich frisch, aber die Stille war wiedermal beeindruckend und der Anblick einfach nur schön. Über El Cedro und einen Panoramakaffe in einer stilvoll heruntergekommenen Kneipe am Straßenrand gelangten wir dann zurück nach San Sebastian. Nachdem wir festgestellt hatten, dass kein Markt war, machten wir uns allerdings sofort wieder auf, schließlich wollten wir auch noch den Süden der Insel erkunden. Unser Ziel nannte sich „Playa de Santiago“ und war uns von meinen Gasteltern empfohlen worden. Also ging es erneut auf kurvigen Straßen bergauf, die Landschaft war hier merklich trockener, aber deshalb nicht weniger beeindruckender. Dieses mal war es wirklich wolkenlos (am Samstag schwebten über La Gomera doch einige Wattewolken) und schon bald erhaschten wir den ersten Blick auf Teneriffa, unverkennbar ragte der Teide (der nicht nur der höchste Berg der Kanaren, sondern auch der höchste Berg Spaniens ist) in den Himmel und wir waren – mal wieder – beeindruckt und konnten weitere geschätzte 200 Fotopausen leicht rechtfertigen.
Die Straßen im Süden waren deutlich besser und breiter, ab und zu kamen uns sogar Autos entgegen und am Mittag kamen wir mit knurrenden Mägen in Playa de Santiago an. Die Sonne knallte vom Himmel und uns zog es direkt in ein Restaurant – Pizzaessen war angesagt.
Danach bummelten wir noch am Strand entlang, schossen einige Erinnerungsfotos und dann nahmen wir die letzte Etappe – den Weg zurück nach San Sebastian- in Angriff.
Einige Stunden vor Abfahrt unserer Fähre kamen wir an und legten uns sofort an den Strand, die Nacht war doch nicht so erholsam gewesen und wir waren dementsprechend müde. Schlafen, quatschen, baden war angesagt und dann war es plötzlich auch schon kurz vor sieben und Zeit, dass wir uns an den Hafen begaben. Die letzten Fotos zeigen uns müde aber zufrieden, wir nahmen Abschied von der wirklich tollen Insel (eindeutig unser Ruhestandsquartier ;) ) und fuhren den hellen Lichtern Teneriffas entgegen. Nach dank Stau einer etwas längeren Fahrt zurück in den Norden der Insel kam ich um kurz vor elf zuhause an und bin nach einer Dusche dann auch sofort ins Bett gefallen, welches meine liebe Gastmama schon frisch bezogen hatte :).





Die Hälfte meiner Zeit hier ist nun schon vorbei, heute verbleiben genau sieben Wochen auf der Insel und die werden sicher wie im Flug vergehen. Ich genieße die Zeit hier nach wie vor sehr und sende auf diesem Weg mal wieder ganz liebe Grüße an alle, die ab und zu auf dem Blog vorbei schauen ;) (zugegeben, es gibt ja nicht allzu oft was neues zu lesen :) ) …

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